"Metamorphosen" und "Die enge Pforte" an der Endhaltestelle der Linie 7

Künstlergruppe KLIN lädt zu Vernissagen in eine "verkannte Oase" ein

Wladimir mussijenko arche noahWer den S-Bahnhof Ahrensfelde in Richtung Marzahn-West verlässt, steht gleich, wenn er die Treppenstufen hinter sich gelassen hat und sich ein paar Schritte um die Ecke nach rechts wendet, "vor der Schwelle zu einer völlig anderen Welt. Eine Galerie, ein Bilderort, ein Hort bildender Kunst prägt den Südgiebel des Geschäftshauses. Es ist die Galerie KLIN, die sich als Präsentations- und Begegnungsstätte russlanddeutscher Künstlerinnen und Künstler weit über die Stadtteilgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat." So beschreibt Torsten Preußing in seinen thematischen Streifzügen durch Viertel, Winkel und Auen des Marzahner Nordwestens "Im Zirkel des Marzahner Matterhorns" diesen auf den ersten Blick - von der Bahnhofstreppe aus und auch noch, wenn man davorsteht - so unscheinbaren Ort, eine "verkannte Oase".

Der interessierte Besucher findet in der Galerie KLIN regelmäßig wechselnde Ausstellungen. "Malerei, Grafik und Fotografie in unterschiedlichen Facetten", so erfährt der Leser bei Preußing, "eröffnen besonders den Einheimischen manchen neuen Blickwinkel". Das dürfte auch der Fall sein, wenn der Kulturring in Berlin e.V. und seine Künstlergruppe KLIN vom 14.09.2009 bis 14.10.2009 in der Galerie KLIN die Ausstellung "Metamorphosen" mit Werken von Wladimir Mussijenko präsentieren. Im Zentrum des künstlerischen Schaffens Wladimir Mussijenkos stehen Wandlungen, Verwandlungen, Veränderungen – immer die Vision einer Metamorphose vor Augen. Die sehr verschiedenen visuellen Effekte, die wir in seiner Kunst antreffen, sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Erschaffung einer eigenen, imaginären, strengen, fast immer schwarz-weißen Bildwelt. Es sind Raumillusionen, Grafiken auf Papier, klein- bis mittelformatig, die dennoch von vielen figurativen, "zusammenhaltenden" Elementen gestaltet sind. Beim Arbeits- und Findungsprozess verwendet der Künstler auch Computergrafik.

Die Vernissage zu der Ausstellung "Metamorphosen" findet am 11.09.2009, 19.00 Uhr in der Galerie KLIN statt.

Waldemar Badt Spitze und ZeitManchen neuen Blickwinkel hält im Anschluß an die "Metamorphosen" auch die Ausstellung "Die enge Pforte" des Künstlers Waldemar Badt vom 19.10. bis 18.11.2009 in der Galerie KLEIN bereit. Waldemar Badt, dessen Motto "Das künstlerische Schaffen bedeutet für mich Arbeit" lautet, wurde 1954 in Tscheljabinsk, einer russischen Großstadt am Ural, geboren. Er hat eine künstlerische Ausbildung als Bühnenbildner in Charkow, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, absolviert und bis zu seiner Ausreise nach Deutschland als Bühnenbildner im Theater für Oper und Ballett in Dnepropetrowsk, mit knapp über einer Million Einwohnern drittgrößte Stadt der Ukraine, gearbeitet. Sein berufliches Leben beinhaltet auch die Tätigkeit als Gestalter bei großen Bekleidungshäusern und als Innenarchitekt zahlreicher Cafés, Restaurants und Büros. Dabei konnte er seine künstlerischen Ambitionen positiv ins Berufsleben einbringen. Zudem ist er stets auch als Maler präsent gewesen.

Sein Ziel sah Waldemar Badt schon immer darin, sich mit seinem künstlerischen Schaffen in die Gesellschaft einzubringen, zu deren Entwicklung beizutragen und das Bewusstsein des Kosmischen in jedem Menschen zu befördern. In der Tat tendieren seine Bilder in eine psychologisch-philosophische Richtung. Die Farbe ist dabei von großer Wirkung. Die Verknüpfung von Komposition und Farbenpsychologie ist bei seinen Werken ein wichtiges Gestaltungselement und spielt eine herausragende Rolle bei der Umsetzung seiner künstlerischen Ideen.

Die Vernissage zur Ausstellung "Die enge Pforte" findet am 16.10.2009, 19.00 Uhr in der Galerie KLIN statt.

Textquellen: zwei Pressemeldungen des Kulturring in Berlin e.V., Projektbereich Ost; Im Zirkel des Marzahner Matterhorns. Wander(ver)führer Marzahn NordWest, hrsg. v. KINDERRING Berlin e.V. Kinderkeller Marzahn, 3., überarb. Aufl. Nov. 2007

Fotos: Wladimir Mussijenko privat, Waldemar Badt privat

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© 2009 Reinhard Hoßfeld